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Gemeinschaftsempfänger 1933 - 1945
"Gemeinschaftsempfänger" sind Rundfunkgeräte welche auf Anregung und unter Mitwirkung des "Reichsministeriums für Propaganda und Volksaufklärung" im Deutschen Reich zwischen 1933 und 1945 von der gesamten Rundfunkindustrie (oder zumindest von mehreren Firmen) einheitlich hergestellt wurden. Die Produktion erfolgte zum Teil auch in den besetzten Gebieten. Die Firmen wurden verpflichtet, Gemeinschaftsempfänger her zu stellen.
Zu diesem Zweck wurde eine "Rundfunktechnische Erzeugergemeinschaft" gegründet.
Eine weitere Produktion erfolgte durch die "Radio-Union".
Bekannte Firmen, welche "Gemeinschaftsempfänger" hergestellt haben sind:
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AEG
Blaupunkt (Ideal)
Brandt
Braun
DeTeWe
DERUFA - Deutsche Rundfunkfabrik (Warschau - Polen)
Emud
Eumig (Östereich)
Graetz
Grassmann
Hornyphon (Östereich)
Ingelen (Östereich)
Kapsch (Östereich)
Körting
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Lange
Loewe
Lorenz
Lumophon
Mende
Minerva (Östereich)
Nora
Nordmark
Orion (Ungarn)
Owin
Philips (Deutschland)
Philips (Ungarn)
Radio-Funkwerkstätten Berlin
Radione (Östereich)
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Saba (Schwer)
Sachsenwerk
Schaleco
Schaub
Seibt
Siemens
Standard (Ungarn)
Staßfurt
Tefag
Telefunken (Deutschland)
Telefunken (Ungarn)
Wega
Zerdik (Östereich)
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Die Gemeinschaftsempfänger sollten der ärmeren Bevölkerung den Erwerb von Rundfunkempfängern ermöglichen, um mit der nationalsozialistischen Propaganda erreicht werden zu können. Die Devise lautete: "Ganz Deutschland hört den Führer". Aus diesem Grund wurden die Preise vorgeschrieben.
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Dieses Konzept, sowie eine intensive Hörerwerbung, bewirkten, dass die Zahl der Rundfunkhörer in den Jahren 1935 bis 1939 steil an stieg. 1943 gab es 16 Millionen zahlende Rundfunkhörer (2 RM/Monat).
Das Ministerium legte fest, dass die Empfänger unbedingt einen sicheren Empfang des jeweiligen Bezirkssenders und zusätzlich den Empfang des Deutschlandsenders im ganzen deutschen Reichsgebiet sicherstellen mussten. Es sollten möglichst keine ausländischen Sender empfangen werden können.
Nach Versuchsmessungen durch das Heinrich-Herz-Institut, im April 1933, zu den Empfangsverhältnissen in ganz Deutschland wurde festgestellt, dass eine einfache technische Ausführung der Geräte ausreicht, um diese Zielstellung zu ermöglichen.
Da es jedoch technisch gar nicht anders möglich war, konnte (in den Nachtstunden) einen "Fernempfang" weiterer europäischer Sender nicht verhindert werden.
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Volksempfänger VE 301
Als erster "Gemeinschaftsempfänger" wurde der "VE 301 W" hergestellt.
Die Bezeichnung VE 301 bedeutet: VE = Volksempfänger, 301 = 30.01.1933, Tag der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler durch den Reichspräsidenten, Paul v. Hindenburg.
Der VE 301 wurde, auf Geheiß von Dr. Joseph Goebbels, in der Firma Seibt (Chefkonstrukteur Otto Griessing) entwickelt. W.M. Kersting gestaltete das Emblem, den rufenden Adler.
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Vorgestellt wurde er auf der "10. Großen Deutschen Funk-Ausstellung in Berlin" am 18.03.1933 durch Joseph Goebbels. Am gleichen Tag wurden dort bereits die ersten 100.000 Geräte verkauft.
Für die VE 301 wurden, zusätzlich zu den festgesetzten Niedrigpreisen, "Ratenkaufverträge" durch die Elektrizitätswerke angeboten. Hier konnte die Radiorate mit der monatlichen Stromrechnung getilgt werden. Bis Ende Mai 1934 wurden insgesamt 700.000 Geräte hergestellt. 75 % davon stellten Kleinhersteller her, 25 % große Hersteller.
Alle VE 301 sind Einkreis-Geradeaus-Empfänger mit Rückkopplung. Eine Röhre arbeitet als Empfangsaudion, eine Zweite als Lautsprecherverstärker und ggf. eine Dritte als Gleichrichter. Die variable Antennenkopplung und die Rückkopplung dienten gleichzeitig zur Regelung der Lautstärke. Sie sind geeignet zum Empfang von Mittelwelle und Langwelle (Anfangs bezeichnet als Kurz- und Langwelle).
Als Zubehör wurden Sperrkreise, Entstörfilter, Kurzwellenvorsätze, eine abstimmbare HF-Vorstufe und ein Superhet-Vorsatz angeboten.
Auf der "15. Großen Deutschen Funk-Ausstellung in Berlin" am 05.08.1938 wurde den VE 301 dyn. vorgestellt. Dieser ersetzte (gemeinsam mit den DKE 38) den "alten" VE 301. Das neu gestaltete Gehäuse des VE 301 dyn. entwarf Prof. Schneckenberg. Das Pressstoffgehäuse bekam eine beleuchtete Linearskala, auf der alle deutschen Sender verzeichnet waren. Im Skalenblatt befand sich ein schmaler Lichtschlitz, in dem ein direkt auf dem Skalenseil aufgeklebter roter Punkt sichtbar war. Dadurch konnte auf den Zeiger verzichtet werden. Alle Bedienelemente waren an der Frontseite angeordnet.
Quelle: DRM
Anfangs wurde das Gerät nur für Wechselstrom in der Variante "VE 301 dyn. W" gebaut, später auch als Allstromgerät "VE 301 dyn. GW".
Das Gerät hat ein stärkeres Netzteil mit einer RGN 1064 und Elektrolytkondensatoren für die Speisung des elektrodynamischen Lautsprechers.
Als Zubehör für die Wechselstromausführung wurde ein Wechselrichter angeboten.
| Einführung |
gebaut bis |
Typ |
Ausführung |
Preis |
Röhrenbestückung |
|
|
Lautsprecher |
| 1933 |
1937 |
VE 301 W |
Wechselstrom |
76,00 RM (1937: 59,00 RM) |
REN 904 |
RES 164 |
RGN 354 |
hochohmiger Freischwinger |
| 1933 |
1938 |
VE 301 G |
Gleichstrom |
76,00 RM (ab 1937: 59,00 RM) |
REN 1821 |
RENS 1823 d |
|
hochohmiger Freischwinger |
| 1933 |
1934 |
VE 301 B (1) |
Batterie |
65,00 RM |
RE 034 |
RE 034 |
RES 174 d |
hochohmiger Freischwinger |
| 1933 |
1938 |
VE 301 B 2 |
Batterie |
65,00 RM |
KC 1 |
KC 1 |
KL 1 |
hochohmiger Freischwinger |
| 1935 |
1938 |
VE 301 GW |
Allstrom |
76,00 RM (ab 1937: 59,00 RM) |
VC 1 |
VL 1 |
VY 1 |
hochohmiger Freischwinger |
| 1937 |
1938 |
VE 301 Wn |
Wechselstrom neu |
65,00 RM |
AF 7 |
RES 164 |
RGN 354 |
hochohmiger Freischwinger |
| 1937 |
1938 |
VE 301 dyn. W Wn |
Wechselstrom |
65,00 RM |
AF 7 |
RES 164 |
RGN 1064 |
elektrodynamischer Lautsprecher |
| 1938 |
1944 |
VE 301 dyn. GW |
Allstrom |
65,00 RM |
VF 7 |
VL 1 |
VY 1 |
elektrodynamischer Lautsprecher |
Arbeitsfrontempfänger DAF 1011
Die Bezeichnung DAF 1011 bedeutet: DAF = Deutscher- Arbeitsfront-Empfänger, 1011 = 10.11.1933, Tag der Rundfunkübertragung einer Rede Adolf Hitlers vor Arbeitern im Berliner Siemens-Werk. Das Motto lautete: "Rundfunk für jeden Betrieb".
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Dieser wurde von der Firmengruppe Telefunken/Seibt (unter Leitung von. Oberin. Klotz) speziell entwickelt "damit auch im Betrieb, beim Reichsarbeitsdienst oder in der Kaserne jeder Deutsche für die Propaganda erreichbar war".
Die vorgegebene Daten waren eine Ausgangsleistung von 5 Watt bei einem Klirrfaktor < 5 %.

Vorstellung auf der "12. Großen Deutschen Funk-Ausstellung in Berlin" am 16.08.1935.
Dreikreis-Vierröhren-Empfänger mit einer HF-Stufe mit Bandfiltereingang, Rückkopplungsaudion, widerstandsgekoppelte Vorröhre und Endstufe. Vorhanden war ein schaltbarer NF-Ausgang für mehrstufige Verstärker sowie ein Tonabnehmer- und Mikrofoneingang. Das Gerät hatte keinen eingebauten Lautsprecher, dafür Anschlussmöglichkeit über einen, für ein bis zwei Lautsprecher (200 Ohm-Ausgang).
Quelle: DRM
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| Einführung |
gebaut bis |
Typ |
Ausführung |
Preis |
Röhrenbestückung |
Lautsprecher |
| 1935 |
1944 ? |
DAF 1011 |
Wechselstrom |
295,00 RM |
AF 3 |
AF 7 |
AC 2 |
RE 614 |
AZ 1 |
ohne |
Union - Einkreiser RU
1935 schlossen sich einige kleine Rundfunkhersteller zur "Radio-Union" zusammen. Sie entwickelten die RU - 1 und RU - 3 und brachten sie in den Handel. Trotz besseren Empfangsleistungen und einem ansprechenderen Äußeren (ggü. dem VE 301) konnte sich dieses Gerät nicht auf dem Markt durchsetzen, da er einen erheblich höheren Preis hatte.
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 |
|
Quelle: DRM
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| Einführung |
gebaut bis |
Typ |
Ausführung |
Preis |
Röhrenbestückung |
Lautsprecher |
| 1936 |
1937 |
RU 1 W |
Wechselstrom |
137,50 RM |
AF 7 |
AL 1 |
AZ 1 |
permanentdynamischer Lautsprecher |
| 1936 |
1937 |
RU 1 GW |
Allstrom |
137,50 RM |
CF 7 |
CL 4 |
AZ 1 |
permanentdynamischer Lautsprecher |
| 1937 |
1938 |
RU 3 W |
Wechselstrom |
|
AF 7 |
AL 4 |
AZ 1 |
elektrodynamischer Lautsprecher |
| 1937 |
1938 |
RU 3 GW |
Allstrom |
|
CF 7 |
CL 4 |
AZ 1 |
permanentdynamischer Lautsprecher |
| 1937 |
1938 |
RU 3 WF |
Wechselstrom |
|
AF 7 |
RES 164 |
RGN 564 |
hochohmiger Freischwinger |
Deutscher Olympiakoffer DOK 36
Er ist, genau genommen, kein Gemeinschaftsempfänger, da er ausschließlich von der Firma "Schaleko" hergestellt wurde.
Der Olympiakoffer 1936 entstand aus einem Preisausschreiben zur Schaffung eines "volkstümlichen Kofferempfängers". Angeregt wurde dieser Wettbewerb von der Wirtschaftsstelle Deutscher Rundfunkgroßhändler WDRG.
Die offizielle Bezeichnung für das Gerät war "Olympia Kofferempfänger". Mit diesem Gerät sollte der Rundfunkempfang während der Olympiade 1936 auch außerhalb der Wohnung sichergestellt werden.
Zweikreis-Geradeausempfänger mit HF-Verstärker, Audion und 2-facher NF-Verstärkung. Eine beigelegte Antenne musste erst umständlich an Ort und Stelle ausgeworfen oder ausgespannt werden. Der Lautsprecher war im Deckel eingebaut.
Als Zubehör war ein Netzanschlussteil lieferbar. Die Abmessungen waren so gewählt, daß das Netzgerät sowohl in den Batterieraum des DOK 36 als auch in denjenigen des Modells 1937 gut hinein passte.
| Einführung |
gebaut bis |
Typ |
Ausführung |
Preis |
Röhrenbestückung |
Lautsprecher |
| 1936 |
1936 |
DOK 36 |
Batterie |
156,00 RM |
KF 4 |
KC 1 |
KC 1 |
KL 1 |
permanentdynamischer Lautsprecher |
Deutscher Olympiakoffer DOK 37
Ebenfalls, genau genommen, kein Gemeinschaftsempfänger, da er ausschließlich von der Firma "Nora" hergestellt wurde.
Beim DOK 37 wurde eine Rahmenantenne im Deckel des Gerätes untergebracht. Damit entfiel das Auswerfen der Antenne. Betrieben wurde der Empfänger mit einer Anodenbatterie und einem säuredichten Akkumulator. Der Lautsprecher wurde geneigt im Chassis untergebracht, damit die Metallteile die Rahmenantenne nicht störten. Die Lautstärkeregelung erfolgte durch Heizregelung der ersten Röhre. Das Gerät schaltete sich automatisch beim Schließen des Deckels ab.
Quelle: DRM
| Einführung |
gebaut bis |
Typ |
Ausführung |
Preis |
Röhrenbestückung |
Lautsprecher |
| 1937 |
1937 |
DOK 37 |
Batterie/Akku |
161,50 RM |
KF 4 |
KC 1 |
KC 1 |
KL 1 |
permanentdynamischer Lautsprecher |
Deutscher Kleinempfänger DKE 38
Im Volksmund "Goebbels-Schnauze".
Er ersetzte (gemeinsam mit den VE 301 dyn.) den "alten" VE 301.
Der DKE 38 wurde von der Firma Lorenz entwickelt.
Das Gehäuse des DKE 38 entwarf Prof. Schneckenberg.
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Vorstellung auf der "15. Großen Deutschen Funk-Ausstellung in Berlin" am 05.08.1938. Bis Oktober 1938 wurden bereits über 220.000 Stück produziert.
Es gab auch hier die Möglichkeit zur Ratenzahlung. Bei 5.- RM Anzahlung konnte das Gerät in 15 weiteren Raten zu je 2,30 RM abbezahlt werden.
Für den DKE wurde eine neue, spezielle, Verbundröhre (VCL 11, zwei elektrische Systeme in einem gemeinsamen Kolben) entwickelt.
Der Empfangsbereich erstreckte sich von 200 m bis 600 m und von 800 m bis 2000 m. Die Umschaltung des Empfangsbereiches erfolgte selbsttätig beim Durchdrehen des Abstimmrades (Rote Zahlen / weiße Zahlen).
Ab 1940 wurden, durch die Rohstoffverknappung während des Krieges, verschiedene Einsparungen am DKE 38 vorgenommen. Das führte zu mehreren Unterschiedlichen Varianten des "DKE 38".
Der einzige äußerliche Unterschied dieser "Sparvarianten" ist, dass auf der Rückwand die Zahl 1938 weg fiel. Andere Modellnamen, wie z.B. "DKE 40", "DKE 44" oder "Ausführung II", sind in der Realität (auf den Geräten) jedoch nicht bekannt.
Die Varianten wurden nur in Form von Schaltbildern dokumentiert, in denen diese z.B. so bezeichnet wurden.
| Einführung |
gebaut bis |
Typ |
Ausführung |
Preis |
Röhrenbestückung |
Lautsprecher |
| 1938 |
1944 |
DKE 38 GW |
Allstrom |
35,00 RM |
VCL 11 |
VY 2 |
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Freischwinger |
| 1938 |
1944 |
DKE 38 B |
Batterie/Akku |
35,00 RM |
KC 1 |
KC 1 |
KL 1 |
Freischwinger |
Weitere
Besonders in alten Schaltungsunterlagen (auch VADE-MECUM) tauchen weitere Geräte unter dem Begriff "Gemeinschaftsempfänger" auf. Natürlich wurden in den Jahren 1933 - 1945 im Deutschen Reich weitere Rundfunkempfänger hergestellt. Diese wurden jedoch von einzelnen Firmen gebaut und erfüllen damit nicht diese, hier gestellten, Voraussetzungen.
Das Gleiche trifft zu für Geräte der Nachkriegsproduktion. Hier erfolgten sowohl Nachbauten als auch (aus der Not geborene) Modifikationen von "Gemeinschaftsempfängern".
Diese gab es weder mit Wehrmachts-, Oktal- E- oder U-Röhren.

Quellen: RMorg • Wikipedia • Martin Steyer: "Die deutschen Gemeinschaftsempfänger" (FA 2/97)
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Hier ein Beispiel:
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