Prof. Slaby demonstriert im Berliner Schiffbauerdamm den Eingang drahtloser Telegramme aus dem AEG-Werk Oberspree und gleichzeitig aus der TH Charlottenburg.
1900
Das Schiff MEDORA schickt als erstes einen Seenotruf. A. E. Kenelly & Oliver Heaviside entwickeln die Theorie über die Ionisphäre. Durch sie werden Kurzwellenverbindungen über weite Entfernungen möglich. Popow überbrückt 72 km drahtlos.
12.12.1901
Marconi empfängt in Neufundland aus England den Buchstaben "S". Damit wurden 3600 km überbrückt.
1901
Die Marconi Wireless Telegraph Co. Ltd. rüstet 25 feste Stationen und 30 Handelsschiffe, sowie 32 britische Kriegsschiffe mit Funkeinrichtungen aus.
1902
Max Wien stellt den Löschfunkensender vor.
Der Berliner Adolf Koepsel führt den Drehkondensator als Abstimmelement in die Funktechnik ein. Otto von Bronck veröffentlicht eine Patentanmeldung (DRP Nt. 155 528 ) für einen Fernsehapparat für farbige Bilder. Die Idee: ein Farb-Fernsehsystems mit Selenzellen, Geißlerschen Röhren und umlaufenden Spiegeln. Bis diese allerdings realistisch wird vergehen noch einige Jahrzehnte.
In Amerika erscheinen die ersten elektrischen Christbaumkerzen auf dem Markt.
27.05.1903
Aus der AEG Abteilung für Funkentelegrafie System Slaby-Arco und der Gesellschaft für drahtlose Telegraphie System nach Prof. Braun von S & H entsteht durch Zusammenschluss TELEFUNKEN.
22.08.1903
Die Station in Poldhu beginnt ein regelmässiges Programm. Es werden Nachrichten im Morsecode verbreitet.
1903
Brauns Helfer zeigen in der Empfangsstation in Sassnitz Vertretern des Militärs die Möglichkeit mit einer Station mehrere Sender zu empfangen.
Der Eiffelturm dient als Träger einer riesigen Antenne für eine permanente Funkstation.
01.02.1904
Marconi setzt ein Notrufsignal durch. Es ist ein allgemeiner Anruf mit nachfolgendem D zu senden - CQD.
15.06.1904
Otto Nußbaumer bringt im Physik-Institut der Technischen Universität Graz die erste drahtlose Übertragung von Musik zuwege. Er verwendet zu diesem Zweck das Dachsteinlied.
15.08.1904
Der englische Postminister stellt die drahtlose Telegraphie unter Lizenzpflicht. In England gab es bereits so viele Stationen, so dass eine Regelung dringend notwendig wurde.
1904
Otto Nussbaumer gelang in Graz die Übertragung von Sprache und Musik über eine kurze Entfernung.
01.01.1905
Gegen Bezahlung kann auf jedem britischen Postamt für drahtlose Vermittlung ein "Marconigram" aufgeben. Es werden nur Telegramme angenommen, dessen Empfänger eines der ca. 80 Schiffe mit Marconis Anlagen ist.
26.06.1905
Um 22:38 Uhr empfängt Island das erste Telegramm. Die britische Firma Marconi sendete es per Funk von Cornwall aus. Erst ein Jahr darauf folgt das Seekabel.
21.11.1905
Der Dozent John Ambrose Fleming erhält in Großbritannien ein Patent auf die Röhrendiode, die er Kenotron nennt.
1905
Die Gross-Station Radio-Norddeich, gebaut von Telefunken, nimmt den Betrieb auf und sendet regelmässig Nachrichten und Wettermeldungen im Morse-Code.
18.02.1906
Ferdinand Braun meldet den Kristall-Detektor zum Patent.
04.03.1906
Der österreichische Physiker Robert von Lieben entwickelt die elektronische Verstärkerröhre (Kathodenstrahl-Relais).
09.08.1906
Probebetrieb des Grossenders Nauen.
25.10.1906
Lee de Forest meldet seine Glühkatodenröhre zum Patent an.
11.12.1906
Fessenden überbrückt 18 km mit Musik- und Sprachsendungen zwischen Brant Rock und Plymonth. Er spielt Geige, singt Weihnachtslieder und spielt vom Phonographen Haendels Largo. Gesendet wurde auf 6000 m mit 1 kW.
1906
Internationale Konferenz zur Regelung ds Funkwesens in Berlin. 27 Staaten unterzeichnen den internationalen Telegraphenvertrag. Das neue Notrufzeichen, das ab 1908 gilt, wurde festgelegt. Es lautet "SOS". Braynly steuert mittels Funkwellen ein Torpedoboot und lenkt den Abschuss fern. Poulsen sendet mit Lichtbogensender zwischen Esbjerg und Lyngby (230 km) in Telefonie.
1906
Max Dieckmann und Gustav Glage veröffentlichen ein Verfahren zur Übertragung von Schriftzeichen und Strichzeichungen unter Benutzung der Katodenstrahlröhre (DRP Nr.190 102).
20.01.1907
Manfred Baron von Ardenne wird in Hamburg geboren.
29.01.1907
Der Amerikaner Lee de Forest erfindet die Dreipol-Röhre und meldet sie als Audion-Triode an.
31.07.1907
Erster bildtelegrafischer Versuch zwischen München und Berlin.
Sommer 1907
H. Antony Hankey, englischer Amateur, sendet ein Wohltätigkeitskonzert für das Militär. Das war vermutlich die erste Radiosendung!
18.10.1907
Marconi baut die Verbindung Clifden - Glace Bay zur kommerziellen Nachrichtenübermittlung und zum Telegrammdienst aus.
1907
TELEFUNKEN überträgt von Rheinsberg aus Sprache und Musik über 75 km.
02.03.1908
Walter Bruch, deutscher Ingenieur und Fernsehpionier, wurde geboren.
17.03.1908
In England gelingt die erste Festnahme eines Straftäters mit Hilfe von Bildtelegrafie. Ein französischer Juwelenräuber wird dingfest gemacht, nachdem der Daily Mirror ein Fahndungsfoto abgedruckt hat, das kurz zuvor von Paris nach London übermittelt worden ist.
17.06.1908
Der US-amerikanische Erfinder Frank W. Wood beantragt Patentschutz für eine elektrische Segmentanzeige.
1908
Ferdinand Braun konstruiert eine Rahmenantenne und führt der Kristalldetektor ein. Lee de Forest kann die Gebühren für das deutsche Patent seiner Röhre nicht bezahlen und schreibt: "Hier ist ein grosses Geschenk eines Erfinders an das deutsche Reich".
Der Staat unterstellt die gesamte Nachrichtentechnik dem Telegraphengesetz der RTV (Reichs Telegraphen Verwaltung).
1909
Der Sender Lyngby strahlt (mit Lichtbogensender) Schallplatten und Sprache in englischer, holländischer, französischer und deutscher Sprache auf 1000 m aus. Pineaud schlägt vor, Bild und Ton auf einem Filmstreifen zu vereinigen. Der Tonfilm kann entstehen ... Braun und Marconi erhalten den Nobelpreis.
Gründung erster Funkamateur-Clubs in den USA.
22.06.1910
Konrad Zuse wird in Deutsch-Wilmersdorf geboren.
1910
Aus der Metropolian Opera von New York wird eine Aufführung uber Funk gesendet. Ruhmer zeigt auf der Weltausstellung in Brüssel Fernsehvorführungen mit einfachen Figuren.
Täglich sendet das Observatorium im Eiffelturm und der Sender Norddeich Zeitzeichen.
Gründung erster Funkamateur-Clubs in Australien.
14.01.1911
Gründung der DEBEG (Deutsche Betriebs-Gesellschaft für drahtlose Telegraphie mbH) durch Telefunken.
April 1911
Zum Preis von zwei Pennie kommt die erste Funk-Zeitschrift "The Marconigraph" in den Handel.
07.06.1911
Deutschen Funkern in der Kolonie Togoland glückt eine drahtlose Verbindung mit der Großfunkstelle Nauen bei Berlin (über 5000 Kilometer). Die Versuche führen zum Bau der Funkstation Kamina.
14.04.1912
Untergang der "Titanic". 1517 Menschen ertrinken in den Fluten des Atlantik, 711 werden jedoch durch den Einsatz der Funkentelegraphie gerettet.
05.07.1912
Die Internationale Funkkonferenz in London schreibt vor, dass alle Schiffe mit einem Notsender ausgestattet sein müssen.
1912
Erste Funkausstellung in Woolwich, England. Lee de Forest sendet drahtlos an einige New Yorker Millionäre eine Aufführung aus der Metropolian Opera in ihre Privathäuser.
Die "Lieben-Röhre" geht in Serienfertigung, damit beginnt das "Röhrenzeitalter".
Bei TELEFUNKEN werden erste Senderöhren entwickelt.
29.04.1913
Der von der Firma Siemens & Halske entwickelte und bis heute noch vereinzelt verwendete Nummernschalter für Telefonapparate („Wählscheibe“) wird zum Patent angemeldet.
15.07.1913
Dem österreichischen Physiker Alexander Meißner gelingt es, die Kathodenröhre zur Herstellung und Aussendung (Rückkopplung) ungedämpfter Schwingungen zu verwenden.
1913
In den USA gibt es 1890 Sendestationen.
Gründung erster Funkamateur-Clubs in England.
Die britische Post erhebt Gebühren von 1 Pfund und 1 Shilling für neue Amateurfunklizenzen. Außerdem müssen die Antragsteller funktechnische Qualifikationen nachweisen.
1914
TELEFUNKEN liefert eine 500 kW-Hochfequenzmaschine nach Nauen.
Zu Beginn des ersten Weltkrieges besitzt das deutsche Heer nur etwa 40 Feldfunkstationen, während allein die russische Armee schon über 80 Stationen verfügt.
01.04.1915
In Deutschland gibt es 566 Sender (1781 in Grossbritanien, 1154 in den USA).
1915
Marconi experimentiert mit Kurzen und Ultra-Kurzen-Wellen.
1916
Die Grossfunkstelle Königs-Wusterhausen mit einem Löschfunken- und einem Lichtbogensender
wird für die deutsche Armee gebaut.
General Luckendorf fordert angesichts der starken US-Filmindustrie den Zusammenschluss der wichtigsten deutschen Firmen zur UNIVERSUM FILM AG (UFA). Diese wird am 18.12.1917 mit 25 Mio Mark Startkapital gegründet.
07.11.1917
W. I. Lenins Aufruf "An die Bürger Rußands" wurde auf dem Funkwege verbreitet. Die Funkstation, welche diese Kunde in den Äther sandte, war die des legendären Kreuzers "Aurora".
1917
Hans Bredow & Alexander Meissner führen an der Westfront Experimente mit Röhrensendern und -empfängern durch und übertragen Musik. Hans Bredow war zu dieser Zeit Direktor bei TELEFUNKEN.
18.06.1918
E. H. Armstrong erhält das deutsche Patent für den Superheterodyne (Superhet).
1918
Dr. Frank Conrad, Radioamateur aus Pittsburgh (USA), veranstaltet aus seiner Garage "Ätherkonzerte". Empfänger gibt es im Warenhaus für 10 Dollar zu kaufen. Der erste private Rundfunk ?...
17.10.1919
In den USA wird die "Radio Corporation of Amerika" (RCA) gegründet.
01.11.1919
Regelmässiger Presse-Rundspruchdienst (WRD - Wirtschafts-Rundspruch-Dienst) in Deutschland.
06.11.1919
In Den Haag, Holland, nimmt die Rundfunkstation PCGG, gebaut von Hanso Idzerda, den regelmäßigen Sendebetrieb auf.
1919
Radio-Amateure senden auf Wellen unter 200 m und bestätigen die Eignung kurzer Wellen für drahtlose Verbingungen.
15.06.1920
Die Sängerin Nellie Melba singt aus dem Marconi-Werk über einen 15 kW-Sender und wurde an vielen Orten gehört.
22.12.1920
Über die Hauptfunkstelle Königs-Wusterhausen hat an diesem Tage zum Zwecke des Versuches das erste Instrumentalkonzert Premiere.
1920
Lorenz-Sendestelle in Eberswalde: Rundfunk-Konzerte und Versuchssendungen.
Der erste Rundfunksender wird in Pittsburgh eröffnet.
In den USA strahlt man die Ergebnisse der Wahlen vom Sender Cockx-Harding aus.
In England sendet der Rundfunksender Chelmsford regelmässig.
Anlässlich der zweiten Londoner Radioausstellung stellt BTH einen Reise-Empfänger vor.
Mit einer Version von Nick la Roccas "Tiger Rag" kommt die erste Schallplatte auf den deutschen Markt.
Beginn des telegraphischen Wirtschaftsrundfunks, die Empfangsgeräte der Abonnenten waren plombiert
11.04.1921
Erste Sportreportage im Radio in den USA.
08.06.1921
Die C. Lorenz AG überträgt vom Sender Königs Wusterhausen aus der Staatsoper Berlin "Madame Butterfly".
1921
Regelmässiger Rundfunk in den USA.
Februar 1922
Vom Sender Eiffelturm werden regelmässig Rundfunksendungen übertragen.
01.09.1922
Der Presse-Rundspruchdienst (WRD) erfolgt ab jetzt in Telefonie und hat 1924 1.800 Teilnehmer.
17.09.1922
"Der Brandstifter" als erster Tonfilm der Welt mit Lichttonspur wird in Berlin vorgeführt.
Radio Moskau sendet mit 12 kW. Die Sendungen konnten im Umkreis von 2.000 km empfangen werden.
November 1922
In den USA gibt es 564 Rundfunkstationen. An 670 Stationen wurden Sendelizenzen vergeben.
14.11.1922
In Großbritannien beginnt die BBC (British Broadcasting Corporation) mit täglichen Rundfunksendungen.
26.02.1923
Start des offiziellen Rundfunkes in der Schweiz.
11.04.1923
Die erste deutsche Rundfunkzeitung erscheint. Der Name: Radio.
02.10.1923
Beginn der Versuchssendungen aus dem Voxhaus in Berlin.
21.10.1923
Offizieller Sendebeginn in Österreich mit 700 Watt.
29.10.1923
In Berlin eröffnet Staatssekretär Dr. Hans Bredow offiziell den "Deutschen Rundfunk".
"Achtung! Achtung! Hier ist die Sendestelle Berlin, im Vox-Haus auf der Welle 400 Meter.
Meine Damen und Herren, wir machen Ihnen davon Mitteilung, daß am heutigen Tage der Unterhaltungsrundfunkdienst mit Verbreitung von Musikvorführungen auf drahtlos-telefonischem Wege beginnt.
Die Benutzung ist genehmigungspflichtig."
Anhören:
Mit diesen Worten beginnt am 29.Oktober 1923 um 20 Uhr aus einer Dachkammer des Vox-Haus-Studios in der Potsdamer Straße 4 am Potsdamer Platz in Berlin der regelmäßige Rundfunkbetrieb in Deutschland.
Der Telefunken-Rundfunksender im Vox-Haus.
Quelle: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz
29.10.1923
Ca. 10.000 Schwarzhörer - kein zahlender Hörer. Es durften nur plombierte Firmenfabrikate verwendet werden.
31.10.1923
Der Berliner Tabakwarenhändler Wilhelm Hollhof meldete sich als erster Rundfunkhörer an und zahlte dafür eine Rundfunkgebühr von 350 Milliarden Mark. Im November mussten bereits 3,5 Billionen Mark Rundfunkgebühr entrichtet werden.
09.11.1923
im Rundfunkprogramm werden auch politische Nachrichten ausgestrahlt. Damit ist der Start für den Rundfunk-Nachrichtendienst erfolgt.
23.11.1923
Radio Belgique sendet regelmässig.
01.12.1923
Am 1. Dezember des Gründungsjahres 1923 gibt es ganze 467 zahlende Rundfunkteilnehmer. "Zaungäste", Schwarzhörer, gibt es dafür schon reichlich.
1923
WiadimIr Zworyldn lässt in den USA ein vollelektronisches Fernsehsystem patentieren (US-Patent Nr. 683 337). Dieses basiert auf der Braun´schen Röhre als Wiedergabeorgan und einem "Ikonoskop", welches von ihm erfunden wurde.
01.01.1924
Es gab 1.500 angemeldete Hörer.
22.01.1924
Gründung der Mitteldeutsche Rundfunk AG - Gesellschaft für Belehrung und Unterhaltung in Leipzig (MIRAG) mit 80.000 Goldmark. Sendebinn war am 01.03.1924.
01.03.1924
Es gab 7.342 angemeldete Hörer.
Am Vorabend der Leipziger Frühjahrsmesse 1924 erfolgte am 01. März 1924 14:30 Uhr in Leipzig der Sendestart des zweiten offiziellen Rundfunksenders in Deutschland.
"Hallo, hallo, hier ist Leipzig, hier ist der Leipziger Meßamtssender
der Reichs-Telegraphen-Verwaltung für Mitteldeutschland,
wir senden auf Welle 450!"
Sendegesellschaft war die MIRAG (Mitteldeutsche Rundfunk-A.-G., Gesellschaft für drahtlose Unterhaltung und Belehrung Leipzig). Das Sendestudio befand sich in der "Alten Waage", am Markt 4, der Sender im Gebäude des „Neuen Johannis-Hospital“ in der Hospitalstraße 36.
Da der Sender aus dem Berliner VOX-Haus eine zu geringe Reichweite hatte, wird dieser Tag als "Geburtsstunde" des Rundfunks in Mitteldeutschland angesehen.
Quelle: H. Pfau (Fotos)
03.03.1924
Fünf Privatleute haben mit einem Stammkapital von 60.000 Goldmark in Stuttgart die "Süddeutsche Rundfunk AG" (SÜRAG) eintragen lassen.
08.03.1924
"Funknotverordnung":
Sie beinhaltete Strafverschärfungen für ungenehmigte Empfangsanlagen, eine Amnestie für ehrlich werdende Rundfunkhörer (es sollen allein 54.000 Schwarzhörer legalisiert worden sein) und die Genehmigung einer "Audion-Versuchserlaubnis" für diejenigen, die ihre technischen Fähigkeiten zum Eigenbau eines Radios in einem der postalisch anerkannten Funktechnischen Vereine oder Radio-Klubs per Prüfung bewiesen haben.
18.03.1924
Umbenennung der Berliner "Radio-Stunde AG" in "Funk-Stunde AG".
30.03.1924
Gründung der Deutsche Stunde Bayern GmbH in München - Sendebeginn, 1,5 kW; 563 kHz.
30.03.1924
Gründung der "Südwestdeutschen Rundfunkdienst AG" (SWR) in Frankfurt.
01.04.1924
Es gab 8.600 angemeldete Hörer. Die Rundfunkgebühr wurde auf 2,00 M/Monat festgelegt.
SWR - Südwestdeutsche Rundfunkdienst AG in Frankfurt/M. - Sendebeginn, 1,5 kW, 770 kHz.
8.600 Rundfunkteilnehmer in Deutschland.
10.04.1924
Gründung des "Arbeiter-Radio-Klub Deutschland e.V." (ARK).
02.05.1924
Gründung der Nordische Rundfunk AG (NORAG) in Hamburg - Sendebeginn, 1,5 kW; 806 kHz.
10.05.1924
Sendebeginn der Süddeutsche Rundfunk AG (SÜRAG) in Stuttgart, 60 kW, 832 kHz. Start: 11 Uhr, es sind 116 Hörer registriert. Jahresende waren es 18.868.
12.05.1924
Inbetriebnahme des Berliner Senders Magdeburger Platz.
14.05.1924
Senkung der monatlichen Rundfunkgebühren auf zwei Mark. Diesem Umstand ist das "Radio-Fieber" in Deutschland zu verdanken.
26.05.1924
Gründung der Schlesische Funkstunde AG in Breslau - Sendebeginn, 60 kW, 923 kHz.
14.06.1924
Gründung der Ostmarken-Rundfunk AG (ORAG) in Königsberg - Sendebeginn, 0,5 kW, 1382 kHz.
01.07.1924
Es gab 99.000 angemeldete Hörer.
15.07.1924
Erste Werbesendungen im Rundfunk.
28.07.1924
Der Rat der Volkskommissare der UdSSR erlässt eine Verordnung zum "Privaten Empfang von Radiostationen", welche den Bürgern das Recht auf den Besitz eines Radiogerätes einräumte.
Im Herbst 1924 lieferten die "Vereinigten Moskauer Schwachstrom-Werke" das erste industrielle Radiogerät, den "LDV" ("Lyubitelskij Detektornyj Veshatelnyj - Heim Detektor Empfänger"). Es hatte eine fest eingestellte Wellenlänge für die Komintern Radiostation (3200 m).
Gegen Ende 1924 wurde das erste Röhrenradio produziert. Es handelte sich um die Empfangs-Anlage Typ "Radiolina" und bestand aus mehreren zu kombinierenden Einheiten.
01.10.1924
Offizieller Sendebeginn in Österreich mit 700 Watt.
10.10.1924
Westdeutsche Funkstunde AG (WEFAG) in Münster - Sendebeginn
30.11.1924
Sendebeginn eines "Zwischensenders" in Bremen, 0,25 kW; 1112 kHz.
November 1924
Sendebeginn in Bremen, 0,25 kW; 1112 kHz.
04.12.1924
Vom 4. bis 14.12.1924 findet die 1. "Große Deutsche Funkausstellung" in Berlin statt. Eröffnet wurde sie von Hans Bredow im Beisein des Reichspräsidenten Friedrich Ebert und Berlins Oberbürgermeister Dr. Böß.
05.12.1924
Abschaltung des Senders Berlin-Voxhaus. Die "Funkstunde" wurde nur noch über den Sender am Magdeburger Platz abgestrahlt.
31.12.1924
Bis dato wurden 584.749 Rundfunkgenehmigungen erteilt.
Dezember 1924
Ende Dezember 1924 registrierte die Reichspost in ihrem Direktionsbezirk Leipzig 48.000 Gebührenzahler.
Sendebeginn in Hannover, 0,25 kW; 530 kHz.
1924
Es gibt in Deutschland 187 von der RTV zugelassene Firmen. 73 Firmen liefern in Deutschland zugelassene Apparate und Teile. Weiterhin gab es 26 Firmen, die Apparate und Einzelteile liefern, aber nicht zugelassen waren.
Es findet die erste Internationale Wellenkonferenz statt. Sie legt die Frequenzen für die vielfältigen Dienste und Bereiche für Amateure fest.
1924 kostete ein Radio mit 4 Röhren (nach damaligen Stand ein optimaler Empfänger) zwischen 400 und 500 Reichsmark. Ein einfacher Detktorempfänger kostete ca. 70 RM. Ein gelernter Arbeiter (verheiratet, 2 Kinder) verdiente jedoch im Schnitt 88 Pfennige pro Stunde, ein kleiner Angestellter ca 160 RM im Monat. Als Folge entstand ein neues Hobby: Schwarzhören.
Auf den Betrieb eines selbstgebauten, nicht genehmigten, Empfängers wurden vom Staat erhebliche Geldstrafen erhoben, sogar Gefängnisstrafen bis zu 6 Monaten.
01.01.1925
Es gab 549.000 angemeldete Hörer.
31.01.1925
Erste Kurzwellenübertragung aus den USA, die vom Sender Stuttgart weiterverarbeitet wurde.
04.04.1925
Gründung des Weltrundfunkvereins (UIR) in Genf.
15.05.1925
Die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (RRG) wird als Dachorganisation aller Rundfunkgesellschaften, mit Ausnahme der "Deutschen Stunde in Bayern", gegründet.
Juni 1925
Im Juni 1925 wurden im Direktionsbereich Leipzig der Reichspost die Grenze von 100.000 registrierten Gebührenzahlern überschritten.
01.09.1925
"Bekanntmachung über den Unterhaltungsrundfunk":
In dieser wurden alle bisherigen Vorschriften aufgehoben, damit bekamen alle Bastler freie Fahrt für ihr Tun. Hören durften sie allerdings auch mit ihren selbstgebastelten Geräten nur, wenn die seit Mai 1924 geltende monatliche Rundfunkgebür von 2,00 RM bezahlt wurde.
04.09.1925
2. "Große Deutsche Funkausstellung" vom 4. bis 13.9.1925 in Berlin. Zu dieser Zeit registrierte die Reichspost rund 1 Million Rundfunkempfänger, darunter rund 500 000 Bastelgeräte.
25.09.1925
Aufnahme des Sendebetriebes vom Berliner Funkturm Witzleben.
15.11.1925
Inbetriebnahme des Rundfunksenders in Gleiwitz, Stadtteil Petersdorf. Zum Senden verwendete er eine T-Antenne, die an zwei 75 Meter hohen Stahltürmen befestigt war. Er diente als Relaisstation für die "Schlesische Funkstunde" mit Sitz in Breslau. Er sendete kein eigenes Rundfunkprogramm.
22.11.1925
Als 25jähriger nimmt Louis Armstrong in Chicago seine erste Platte auf.
1925
Einführung der Morgengymnastik im Rundfunk.
In Deutschland stellen noch rund 60 Firmen Rundfunkgeräte her.
01.01.1926
Es gab 1.022.000 angemeldete Hörer.
07.01.1926
Gründung Deutsche Welle GmbH in Berlin und Sendebeginn - Deutschlandsender in Königs Wusterhausen, 5 kW; 183 kHz (LW).
27.01.1926
Vor Mitgliedern der Royal Institution of Great Britain führt John Logie Baird funktionierendes mechanisches Fernsehen vor.
26.02.1926
Die Deutsche Reichspost tritt der RRG bei und übernimmt gleichzeitig Gesellschafteranteile i.H. von 51%. Somit lag Verwaltung und Wirtschaft in den Händen der Reichspost.
25.06.1926
Rechnungslegung für den Funkturm Berlin-Witzleben durch die Firma Hein, Lehmann & Co. AG., Berlin-Reinickendorf. Ihre Höhe betrug 203.660 RM.
03.09.1926
3. "Große Deutsche Funkausstellung" vom 3. bis 12.9.1926 in Berlin. Am ersten Tag der Funkausstellung wird der Funkturm von Gustav Stresemann und Berlins OB Dr. Böß eingeweiht.
01.11.1926
Radio Belgique eröffnet einen täglichen Nachrichtendienst.
14.11.1926
Der erste Versuch, in Europa eine Ordnung in die rasch wachsende Anzahl an Rundfunkstationen zu bringen, fand 1926 in Genf statt. Im Mittelwellenbereich 500 bis 1500 kHz wurden in einem Raster von 10 kHz 99 Kanäle festgelegt, wovon 77 exklusiv für jeweils nur einen leistungsstarken Sender vergeben wurden, während die übrigen 20 Kanäle (in deutsch Gemeinschaftswellen genannt) mit 2 bis 10 Sendern geringer Leistung (maximal 0,5 kW) belegt wurden. Deutschland erhält 12 Haupt- und 11 Gemeinschaftswellen. Der "Genfer Wellenplan" trat am 14. November 1926 in Kraft und verursachte heftige Kontroversen, da die Beschränkungen kaum Entwicklungsmöglichkeiten für das neue Medium erlaubten.
1926
Der deutsche Hochfrequenzphysiker Manfred von Ardenne entwickelt bei LOEWE die erste Niederfrequenz-Mehrfach-Verstärkerröhre und ermöglicht dadurch, daß im Jahre 1926 ein sehr preiswerter und qualitativ hochwertiger Orts-Rundfunkempfänger gebaut werden kann.
1926
Erste Radios mit Netzversorgung.
18.09.1927
In den USA beginnt das Vorläuferunternehmen der Columbia Broadcasting System (CBS) mit dem Senden von Radioprogrammen.
02.11.1927
4. "Große Deutsche Funkausstellung" vom 2. bis 11.9.1927 in Berlin.
Dezember 1927
Neben den 24 deutschen Sendern arbeiteten Ende 1927 noch 178 ausländische Mittel- und Langwellensender.
1927
Es gab 28 Rundfunkzeitschriften, die über das Programm informierten.
1927
Bei der ersten "internationalen Rundfunkkonferenz 1927 in Washington" wurden viele Regelungen aus den USA weltweit übernommen. Da in Europa im Gegensatz zu den USA viele Rundfunkstationen im Langwellenbereich zu senden begannen, wurde hier ein zusätzliches Rundfunkband vereinbart, welches von zunächst 150 bis 224 kHz reichte. Weiterhin wurden erstmals auf Kurzwelle 6 Rundfunkbänder bestimmt: 14m, 17m, 19m, 25m, 31m, 49m.
31.08.1928
5. "Große Deutsche Funkausstellung Berlin 1928" vom 31.8. bis 9.9.1928. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer ist zum Zeitpunkt der Ausstellung schon auf 2 Millionen angewachsen.
Hier wird erstmals das Fernsehen auf mechanischer Basis unter Verwendung der Nipkowscheibe vorgeführt. Diese wird bis 1938 als mechanischer Bildabtaster bei der Entwicklung der Fernsehtechnik genutzt. Paul Nipkow erlebt die Verwirklichung seines Fernsehsystems.
Foto: ZDF
20.11.1928
Die deutsche Reichspost führt probeweise erste Bildfunkübertragungen über ihren Sender Königs Wusterhausen mit Hilfe eines Fultographen durch. Sie testet damit eine Vorstufe in der deutschen Geschichte des Fernsehens.
1928
Die Deutsche Post nimmt den Fernseh-Versuchsbetrieb mit einem TELEFUNKEN Fernsehsender vom Funkturm Berlin-Witzleben auf.
13.01.1929
In Brüssel wird 1928 eine Zwischenregelung zum "Genfer Wellenplan" vereinbart. Das Raster der Kanäle wird auf 9 kHz unterhalb 1000 kHz und 10 kHz darüber fesgelegt. Diese erhält am 13. Januar 1929 Gültigkeit.
08.03.1929
Erste drahtlose Fernseh-Versuchssendung durch die Deutsche Post mit 900 Bildpunkten.
03.04.1929
In Deutschland wird das Patent auf den Hellschreiber gültig, ein von Rudolf Hell erfundenes Fernschreibgerät.
27.06.1929
In New York wird der erste Farbfernseher vorgeführt.
26.08.1929
Der erste Kurzwellen-Rundfunk-Sender in Zeesen (bei Königs Wusterhausen) wird, bekannt als Deutschlandsender der Deutschen Welle GmbH, nach zehn Probetagen in Betrieb als deutscher "Weltrundfunksender" in Betrieb genommen.
30.08.1929
6. "Große Deutsche Funkausstellung Berlin 1929" vom 30.8. bis 8.9.1929.
1929
In Deutschland gibt es 3 Mio Rundfunkhörer.
In der Sowjetunion gab es 23 Rundfunkstationen, darunter eine mit 75 kW, damals die stärkste der Welt.
Die Deutsche Reichspost bestimmt die erste deutsche Fernseh-Norm zu 30 Zeilen mit 12,5 Bildwechseln pro Sekunde und macht damit Versuchssendungen. Quelle: rft-verein-stassfurtQuelle: rft-verein-stassfurt