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Sender Dresden - Wilsdruff

Rundfunksender

Sendestation / Ort Zeit Band Frequenz Meter Programm Leistung Bemerkungen
Dresden
Wilsdruff
Birkenhainer Höhe
02.09.1953
bis
21.8.1968
MW 1.043,0 kHz 288,0 Radio DDR 1 250 kW Inbetriebnahme,
Frequenzübernahme von Sender Leipzig-Wiederau
29.9.1959
bis ???
MW 912,0 kHz   Berliner Rundfunk 20 kW Reservesendeanlage
21.08.1968
bis
12.02.69
MW 1.235,0 kHz   Vltava (Moldau) 250 kW Sendung gegen "Prager Frühling in der C´SSR
12.08.1969
bis
1978
MW 1.043,0 kHz 288,0 Radio DDR 1 250 kW  
1978
bis
1990 ff.
MW 1.044,0 kHz   Radio DDR 1 250 kW  
von ???
bis
1978
MW 1.089,0 kHz   Berliner Rundfunk 20 kW  
1978
bis
1990
MW 1.431,0 kHz   Berliner Rundfunk 20 kW  

Am 2.9.1953 ging die Sendeanlage als Mittelwellensender in Betrieb. Errichtet wurde sie von der Deutschen Post und der Betrieb erfolgte durch das Funkamt Dresden.

   Bild: Wikipedia

Die Antenne besteht aus einem, 153 m hohem, gegen Erde isolierten, Rohrmast. Dieser steht in einem Keramikfuß auf einem Beton-Rundbau, in dem auch das Anpassungsnetzwerk untergebracht ist.

   Bild: Jan Balzer

Weiterhin wurden noch eine Dreieckflächenantenne K 1 und eine Vertikalantenne K 2 errichtet. Die Dreieckflächenantenne besteht aus 3 Stück 50 m hohen Masten als Antennenträger und ist für eine maximale Sendeleistung von 250 kW ausgelegt.

   Bild: Jan Balzer

Die Vertikalantenne (51 m) wurde von der Firma TESLA hergestellt. Sie ist zuletzt auf eine Frequenz von 1431 kHz abgestimmt und hat eine Dachkapazität. Ihre maximale Sendeleistung beträgt 20 kW.

   Bild: Jan Balzer   Bild: Jan Balzer

Der 250 kW Sender wurde in einem separaten Gebäude untergebracht. Er ist in offener Bauweise errichtet. Die Senderöhren, Kondensatoren und, aus Rohr gefertigten, Luftspulen befinden sich in der Halle. Im Keller darunter ist die Stromversorgung und Kühlung untergebracht. Das destillierte Wasser zur Kühlung der Röhren wurde hier ebenfalls selbst gewonnen.

Es handelt sich um einen Sender vom Typ SM 4 aus dem VEB Funkwerk Köpenick. Er arbeitete mit vier, im Gegentakt arbeitende, strahlungsgekühlten Senderöhren vom Typ SRW 357 und war zwischen 600 und 1680 kHz durchstimmbar.

   Röhre SRW 357

   Bild: RMorg   Bild: Jan Balzer

Zur Verbindung mit dem Sendemast diente eine koaxiale, luftisolierten Freileitung (Reusenleitung).

   Bild: RMorg

Die, in einem weiteren Raum zur Notstromversorgung installierten, U-Boot-Dieselmotoren aus dem Zweiten Weltkrieg dienten dem sicheren Betrieb. Sie versorgten in Notsituationen jedoch auch teilweise die Stadt Wilsdruff mit Strom. Die Leistung betrug je 700 PS bei 428 U/min. Angetrieben wurden zwei 380 V-Generatoren, die max. 600 kVA leisteten.

   Bild: Jan Balzer

Am 29.9.1959 geht ein 20 kW-Sender vom Typ SM 4 E, vorerst als Reservesender, in Betrieb. Es wird dann der Berliner Rundfunk darüber ausgestrahlt. Der Sender soll heute noch voll betriebsbereit sein.

   Bild: Jan Balzer

Die Röhren dieses Senders sind luftgekühlt.

   Bild: Jan Balzer

Seit 1995 steht die gesamte Anlage der Sendestelle unter Denkmalschutz, so ist wenigstens ein gewisser Schutz vor Demontage gewährleistet.


Quellen: Wikipedia • www.Radiomuseum.orgJan Balzer

nach oben Seitenanfang Letzte Änderung dieser Seite: 30.04.2012