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Sender Königsberg (Opr.)Rundfunksender
Der Sender Königsberg ging aus der ORAG hervor und war ein Regionalsender und eine Relaisstation der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (RRG) in Königsberg. Ausstrahlungsort war Berlin. Später, aufgrund der Bombenangriffe der Alliierten, wurde der Sender nach Königsberg verlagert. Die erste Sendestation wurde auf den Pregelwiesen vor dem Sackheimer Tor errichtet. Der 0,5 kW-Sender hatte eine 45 Meter hohe Antenne. Am 14.06.1924 begann der offizielle Sendebetrieb. Zu Anfang bestand das Programm lediglich aus zwei Nachrichtensendungen (um 10 und 14 Uhr), der Ausstrahlung des Zeitzeichens und den Börsennachrichten. Am darauffolgenden Tag findet die feierliche Programmeröffnung durch Hans Bredow statt. Als Studio dient zunächst der große Chorprobesaal des Königlichen Opernhauses im Stadttheater.
1929 kaufte die Messegesellschaft, im Auftrag der Stadt Königsberg, die Anteile des Senders ab. Dies geschah weil, trotz Werbeausstrahlungen und Messeinformationen, der Sender zu unwirtschaftlich war. Damit wurde die Stadt Königsberg Miteigentümer der Ostmarken-Rundfunk AG. Der Sender Königsberg war damit die einzige deutsche Sendeanstalt in städtischem Besitz. 1931 besaß der Sender bereits einen eigenen Klangkörper mit 59 Orchestermitgliedern. Bekannt wurde der Sender durch das Orchester am Sender Königsberg, das von Hermann Scherchen aufgebaut wurde, und durch Werke zeitgenössischer Komponisten wie Otto Besch (Kurische Suite, Ostpreußische Tänze) und Herbert Brust (Bernsteinkantate, Oratorium der Heimat). Aber auch mit Konzert- und Musikprogrammen von Erich Börschel, der das Tanz- und Unterhaltungsorchester leitete und zusammen mit dem Dirigenten des Rundfunkorchesters Eugen Wilken das Spatzenkonzert in ganz Deutschland bekannt machte. Der letzte Tonmeister am Reichssender Königsberg war der Komponist Fritz Ihlau.
1932 verstaatlichte die Reichsrundfunkgesellschaft die ORAG und damit auch den Sender Königsberg. In Königsberg wurde die Nachfolgeorganisation, der "Reichssender Königsberg" gegründet. Als Pausenzeichen erklang jetzt Melodie "Wo des Haffes Wellen trecken an den Strand". Seit Mai 1933 war Siegfried Haenicke Intendant. Am 1. April 1934 begann der Sender Königsberg in einem Neubau von Architekt Hanns Hopp, dem "Neuen Funkhaus", gegenüber dem Landgericht am Hansaring mit sieben Senderäumen als "Reichssender Königsberg" sein Programm auszustrahlen.
Im Juni 1935 wurde Haenicke, nach Differenzen mit Joseph Goebbels, durch Alfred Lau ersetzt. Von 1940 bis kurz vor Kriegsende war "Radio Königsberg" ein Propaganda-Programm des Reichsenders Königsberg. Einmal pro Woche wurden für 20 Minuten, unter Mithilfe von etwa 30 schwedischen Kollaborateuren, nazifreundliche Nachrichten und Propaganda in schwedischer Sprache gesendet. Etwa ein Zehntel der schwedischen Bevölkerung soll den Sender regelmäßig eingeschaltet haben. Die letzte Sendung wurde am 7. April 1945 ausgestrahlt. Das Funkhaus-Gebäude hat den Krieg überstanden und ist heute noch vorhanden.
Quellen: Wikipedia • www.ostpreussen.net
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