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Sender Leipzig – Wiederau

Rundfunksender

Sendestation / Ort Zeit Band Frequenz Meter Programm Leistung Bemerkungen
Leipzig
Wiederau
Großsender Leipzig
28.10.1932
bis
15.01.1934
MW 770,0 kHz 389,6 Sender Leipzig 120 kW Inbetriebnahme
Ersatz für Sender Technische Messe
28.10.1932
bis
min. 1940
MW 1.157,0 kHz 259,3      
15.01.1934
bis
12.04.1945
MW 785,0 kHz 382,2 Sender Leipzig
Reichssender Leipzig (ab 03.1934)
120 kW

Abschaltung
1939
bis
12.04.1945
MW ???     Leipzig II 100 kW Inbetriebnahme 2. Sendeanlage

Abschaltung
07.1945
bis ???
  ???     Radio Leipzig   Wiederinbetriebnahme
02.09.1945
bis ???
MW 785,0 kHz 382,2 Berliner Rundfunk
Mitteldeutscher Rundfunk (ab 1946/47)
100 kW  
20.12.1945
bis
1950
MW 722,0 kHz 415,5 Radio Moskau    
1950
bis
09.1953
MW 1.043,0 kHz 287,5 Berlin II 70 kW

Frequenzübergabe an Sender Wilsdruff
1950
bis
ca. 1979
MW 1.322,0 kHz 227,0 Radio Volga / Radio Moskau 70 kW
(150 kW)
 
1950
bis ???
MW 1.484,0 kHz 202,0   2 kW  
09.1953
bis ???
MW 962,0 kHz 311,5 Berlin II
Leipzig 1 (ab ca. 1954)
70 kW
(20 kW)
 
1957
bis
1979
MW 575,0 kHz 522,0 Radio DDR 1 120 kW
100 kW
20.05.1963 Außerbetriebnahme der 120 kW Sendeanlage von 1932
1969
bis
13.03.1971
MW ??? kHz   Radio DDR Messewelle Leipzig    
13.03.1971
bis
1979
MW 529,0 kHz 567,0 Radio DDR Messewelle Leipzig / Berliner Rundfunk 5 kW  
1979
bis
1990
MW 531,0 kHz 564,5 Radio DDR 1 100 kW

ab 1990 "Radio Aktuell"
1979
bis
01.07.1990
MW 729,0 kHz 411,0 Radio DDR Messewelle Leipzig / Berliner Rundfunk 5 kW

ab 01.07.1990 "Sachsenradio"
1979
bis
24.09.1989
MW 1.323,0 kHz 226,5 Radio Moskau 150 kW

Wechsel zum Sender Wachenbrunn
1943
bis
1945
KW       4 Feuerkreissender   Funkstörsender gegen alliierte Flugzeuge
von 06.1945
bis ???
KW         20 kW Sender für militärische Zwecke
von 11.1945
bis ???
KW       Berliner Rundfunk    
1947
bis ???
KW 9.730,0 kHz 30,8 Leipzig
Berlin II (ab ca. 1950)
Radio DDR 1 ( ab 12.1953)
12 kW
(25 kW,
50 kW)
 
von ???
1947
bis ???
KW 9.590,0 kHz 31,0 Leipzig 12 kW  
ca. II/1972
bis
03.10.1990
KW ??? kHz   Radio Berlin International 100 kW

ab 03.10.1990 "Deutsche Welle"
von ???
1954
bis ???
UKW 87,90 MHz        
30.04.1960
bis ???
UKW 88,45 MHz   Radio DDR 1 10 kW  
12.05.1960
bis ???
UKW 90,4 MHz   Berliner Rundfunk 10 kW  
von ???
1967
bis ???
UKW 93,85 MHz   Radio DDR 2 10 kW  
von ???
1967
bis ???
UKW 96,6 MHz   Deutschlandsender 10 kW  
von ???
1979
bis ???
UKW 89,3 MHz   Radio DDR Messewelle Leipzig    

Fernsehsender

Sendestation / Ort Art Zeit Norm Band / Kanal Bild MHz Ton MHz Raster MHz Programm Leistung Bemerkungen
Leipzig
Wiederau
Großsender Leipzig
Fernsehsender 01.11.1959
bis
1990 ff.
CCIR VHF III / 09 203,25 208,75 5,5 FF DDR 1   Ersatz für Sender Leipzig-Karl-Marx-Hochhaus
03.10.1969
bis
1990 ff.
CCIR UHF IV / 22 479,25 484,75 5,5 FF DDR 2 1000 kW  

Am 28. Oktober 1932 war die feierliche Einweihung des neuen Großsenders Leipzig. Er hatte seinen Standort in einem 19,8 km von Leipzig entfernten Dorf, in Wiederau. Die genaue Entfernungsangabe der 19,8 km war damals wichtig da die Gesetzeslage forderte, dass der Name eines Senders nur den Namen der Stadt tragen durfte, wenn er nicht weiter als 20 km davon entfernt war. Dadurch war die offizielle Bezeichnung "Großsender Leipzig" und nicht "Wiederau".

Es handelte sich zu diesem Zeitpunkt um den größten und modernsten Sender Deutschlands mit den größten Holztürmen Europas.

Die erste Antennenanlage bestand aus zwei 125 m hohen Türmen aus amerikanischem Pitchpinienholz im Abstand von 308 m, dazwischen 312 m Hanfseil gespannt, an dem die 90 m lange Reusen-Antenne (Vertikal-T-Antenne) hing.


Für den Sender ("Wiederau 1") der Firma Lorenz setzte man 4 Stück der
modernen wassergekühlten Röhre RS 267 ein.
Jede Röhre benötigte 330 A bei 35 V für die Heizung, 10 kV Anodenspannung
und hatte ein Gewicht von über 30 kg.


Röhre Röhre RS 267
Die Sendungen des neuen Großsenders waren jedoch nur in einem Umkreis von etwa 80 km wirklich gut zu empfangen und starke Schwunderscheinungen (Fading) störten vor allem nachts. Nach ausführlichen Untersuchungen und Messungen kam es danach zu einigen Umbauten.

1935 wurden die beiden Antennentürme abgerissen.

Sie wurden durch einen 155 (156) m-Holz-Fachwerkturm ersetzt, in dem eine Vertikalantenne hing. Der neue Turm war damals das höchste hölzerne Bauwerk in Ostdeutschland und bis zum 27. Oktober 1953 das Wahrzeichen von Wiederau. An diesem Tag erfolgte dann auch seine Sprengung.

Gleichzeitig modernisierte man die Senderendstufe und der erneuerte Großsender ging am 15. Oktober 1935 mit den damals modernsten Röhren RS 300 in Betrieb.

   Röhre RS 300

1939 wurde eine zweite Sendeanlage (ebenfalls Lorenz) mit einem 100 kW-Sender errichtet die für einen schnellen Frequenzwechsel ausgelegt war. Eine Dreieckflächenantenne war für jede Frequenz im MW-Bereich geeignet. Sie war bis in die 1990er Jahre in Betrieb.

Sendehaus: Abstimmhaus:
Sendehaus Abstimmhaus

100 kW Lorenz-Sender:

 
Der Sender war mit den Röhren SRW 357 bestückt, welche im März 2010 noch vorhanden waren.

   Röhre SRW 357

Dreiecksflächenantenne: Dreiecksflächenantenne

Von 1940 bis 1945 war Leipzig II der Muttersender für alle im Gleichwellenbetrieb angeschlossenen Sender. Das "Gleichwellennetz" konnte dazu genutzt werden die Navigation alliierter Bomber im 2. Weltkrieg zu erschweren. Zusätzlich wurden zwischen 1943 und 1945 vier Kurzwellensender zur Störung des Funkverkehrs betrieben.

Am 12. April 1945 verstummte die Sendeanlage durch Ausfall der Stromversorgung, am 16. April besetzten US-amerikanische Soldaten das Sendegelände, danach übernahmen noch 1945 sowjetische Truppen den Standort.

Am 2. September 1945 nahm Wiederau den Sendebetrieb mit dem Programm "Radio Leipzig" wieder auf, wurde aber bald darauf als Außenstelle der "Berliner Rundfunk GmbH" festgelegt.

1953 wurde ein neuer, 156 m hoher, Stahlrohr-Sendemast (Durchmesser 1,5 m) gebaut. Er war gegen Erde isoliert. Die J-1-Antenne ging am 19. September 1953 in Betrieb.

Eine Netzersatzanlage mit zwei 1000-PS-Schiffsdieseln aus der Görlitzer Maschinenfabrik ging in Betrieb. Damit standen 2 x 736 kW elektrische Leistung zur Verfügung.

1957 werden die Schiffsdiesel der Netzersatzanlage erneuert.

1958 wurde das Gelände mit einem Deich geschützt, da dieses im Mai 1954 bis zu 70 cm überschwemmt war. Ein neues Sendehaus für UKW- Rundfunk und Fernsehen wird gebaut.

1959 erhielt der Sendemast eine Antenne für UKW-Rundfunk und Fernsehen auf seine Spitze. Hierdurch erhöhte sich seine Höhe auf 236 Meter.


Am 20.05.1963 ging der 120 kW-Mittelwellensender aus dem Jahr 1932 außer Betrieb
und wurde abgerissen.

Am 19.12.1964 wurde ein neuer 100 kW-Mittelwellensender
aus dem VEB Funkwerk Köpenick in Betrieb genommen:

100 kW-Mittelwellensender

Sendemast


1968/69 wurde ein zweiter, abgespannter, Sendemast mit einer Höhe von 211 Metern errichtet. Dieser ist im Unterschied zum alten Mast geerdet und kann deshalb nur zur Verbreitung von UKW- und Fernsehprogrammen (UHF Band IV) verwendet werden.
Bau eines Sendehauses für einen neuen 100 kW Kurzwellensender und für UHF-Fernsehsender.

1971 wird eine 5 kW Sendeanlage zur Ausstrahlung der "Messewelle Leipzig" in Betrieb genommen. Zu den "normalen" Sendezeiten wird hierüber das Programm des Berliner Rundfunks ausgestrahlt:


Der erforderliche 51,6 m hohe Antennen-Gittermast mit Dachkapazität diente noch lange Zeit
als Reserveantenne für Mittelwelle:

Interessanter Link: www.jans-radioseiten.de


Quellen: RMorg • Wikipedia • Hagen Pfau, "Radio-Geschichte(n)" • Wolfgang Eckardt • Jan Balzer

nach oben Seitenanfang Letzte Änderung dieser Seite: 30.04.2012