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RestaurierenNachfolgend einige bewährte Tipps zum Restaurieren alter Radioempfänger.
GrundreinigungDer einfachste Weg ist immer noch etwas warmes Wasser mit etwas Geschirrspülmittel. Oft haben die alten Geräte eine Schicht aus Küchendunst, Zigarettenqualm und Fettfingern. Hier hilft nur mehrfaches feuchtes Abwischen. Haben Sie Bedenken, eine empfindliche Holzoberfläche allzu naß mit einem Spülmittel zu reinigen, empfehlen Möbelrestauratoren folgendes: Schlagen Sie eine kleine Menge Spülmittel mit wenig Wasser am Besten mit einem Rasierpinsel zu einem festen Schaum. Dieser „feste" Schaum enthält wenig Wasser und kann direkt auf die empfindlichen Holzoberflächen aufgetragen werden.
GehäusereinigungDas beste Mittel, das ich je gefunden habe, um jede Art Gehäuse zu reinigen (Plast, Metall, ...) ist das Spray "Oberflächen-Gehäuse-Reiniger" von SERVISOL. Das Mittel ist "Hochwassererprobt", es löst mit der Schaumwirkung jede Art von Schmutz, egal ob Poti-Knöpfe, die schwarz von Ölfingern sind, Hochwasserschlamm, Klebereste etc., auch in Vertiefungen und erhabenen Strukturen. Einsprühen, ca. 20 s wirken lassen, polieren, fertig. Achtung: Siebdruck kann gelöst werden, also bei Frontblenden vorher ausprobieren. Ich habe damit unzählige Geräte und Gegenstände gereinigt, absolut empfehlenswert.Vielen Dank für diesen Tipp an Steffen Enke.
AufkleberFür die Entfernung der häufig anzutreffenden Aufkleber, besonders wenn die Geräte in Kinderhand waren, hat sich die Verwendung von Lampenöl bewährt. Lampenöl wird in Petroleumlampen anstelle von echtem Petroleum verwendet und ist ein paraffinierter Kohlenwasserstoff. Aufkleberreste lösen sich sofort und bisher wurden auch keine Oberflächen ( weder Holz noch Kunststoff ) angegriffen. Trotzdem immer an einer unauffälligen Stelle ausprobieren. Das Lampenöl verflüchtigt sich restlos und hinterläßt keinen Schmierfilm.Vielen Dank Marc in Flensburg für diesen Tipp.
KunststoffgehäuseHier hat sich bewährt für die Reinigung einen Kunststofftiefenreiniger der Firma Ambratec. Dieser Reiniger wird in Autowerkstätten zur Reinigung der Plastik-Innenverkleidung von Leasing-Autos eingesetzt. Damit werden alle Ablagerungen (Nikotin, Staub usw.) in den Verkleidungen entfernt. Es gibt ihn auch unter dem Namen key-clean (in Musik-Geschaeften) im Bereich der Musikelektronik. Hier ist er zur Reinigung von Keyboards vorgesehen. Der Geruch und die Eigenschaften sind mit dem Fabrikat der Firma Ambratec identisch.Vielen Dank Thorsten aus Ilmenau für diesen Tipp. Frühe Kunststoffe sind empfindlich - besonders halbsynthetische und organische Stoffe wie Guttapercha, Ebonit oder Zelluloid. Antiquitäten aus Kunststoff sollen kühl und dunkel gelagert und nur mit handwarmem Seifenwasser gewaschen werden. werden. Bakelit ist unproblematisch - es erweist sich als sehr robust gegenüber Verfallsprozessen. Weitgehend unbekannt ist, dass auch Bakelit, das ohnehin schon sehr dunkel ist, noch weiter nachdunkelt, wenn es starkem Licht ausgesetzt ist. Gefährlich für das Bakelit sind vor allem mechanische Belastungen, die schnell zu Kratzern, Rissen oder Brüchen führen. Bakelitoberflächen, die durch jahrzehntelangen Gebrauch unansehnlich geworden oder verkratzt sind, können durch geeignete feine Poliermittel (z.B. Autopolitur, Zahnpasta) wieder aufgearbeitet werden. Empfohlen werden kann z.B. Unipol Dur-Plastic-Polish der Firma Unipol Höhn GmbH & Co KG in Haan/Rheinland. Die Politur muss mit heißem Seifenwasser abgewaschen werden. Andere Bakelitobjekte sind aber auch so matt, dass der Glanz für immer verloren ist. Für das Abbeizen lackierter Bakelitobjekte empfehlen Restauratoren den Universal-Abbeizer der Molto GmbH in Löhnberg/Lahn.
KnöpfeDie Kunststoffknöpfe werden am besten mit heißem Wasser und normalem Geschirrspülmittel eingeweicht und dann mit einer alten Zahnbürste sorgfältig gereinigt. Oft sitzt die Verschmutzung tief in den kleinen Rillen. Glatte Flächen lassen sich problemlos mit jeder Autopolitur aufpolieren. Die Kunststoffe sind meist sehr robust. Eingelegte Messingteile oder andere Metallverzierungen am Besten mit einer Metallpolitur abreiben.Viele Knöpfe der fünfziger Jahre besitzen eine gold- oder elfenbeinfarbige Lack-Einlagen. Diese Einlagen sollten, wenn sie nicht mehr vollständig sind, ebenfalls neu gemacht werden. Die alten Lackreste werden sorgfältig ausgekratzt. Je nach dem original Farbton nutzt man die kleinen Farbbecher von Humbrol oder Revel. Diese Modellbaufarben gibt es in einer großen Farbpalette. Mit einem dünnen Pinsel wird nun die Farbe in die Rille satt eingebracht. Nach einiger Zeit, kurz bevor die Farbe endgültig getrocknet ist, reibt man unter starkem Druck mit einem harten Lappen die etwas übergelaufene Farbe wieder ab. Man erreicht sehr exakte Kanten, solange die Farbe unterhalb der Oberkanten der Rille verläuft.
SkalenDie Glasskala gehört zu den empfindlichsten Teilen am Radio. Die rückseitige Bedruckung ist sehr unterschiedlich in der Qualität und Alterungsbeständigkeit. Es gibt Skalen aus den 30er Jahren, welche ohne Probleme leicht abgewaschen werden können. Die Farbe ist fest eingebrannt ins Glas. Viele Nachkriegsgeräte der ersten Jahre haben auf Grund von mangelhaften Materialien oder Verfahren äußerste empfindliche Skalen. Die Farbe und Beschriftung schlägt Blasen und bröckelt bei der kleinsten Berührung ab. Am besten die dann die Rückseite überhaupt nicht anfassen. Man sollte besser versuchen auf einem Tauschmarkt oder bei Sammlerfreunden eine bessere Skala zu bekommen. Man kann auch versuchen geplatzte aber vollständige Skalen mit einem Scanners einzuscannen, nachzubearbeiten und auf eine Folie auszudrucken. Vielleicht haben Sie im Bekanntenkreis einen Experten für das Einscannen. Das Ergebnis kann verblüffend gut sein. Inzwischen gibt es in Thüringen eine Firma, die Glasskalen zu vernünftigen Preisen anbietet.
Reinigung von MessingteilenPressen Sie eine Zitrone aus, geben etwas Salz hinzu und reiben Sie die Flächen mit dieser organischen Säure ab. Alternativ kann man auch einen Eßlöffel Essigsäure und einen Teelöffel Salz in einem halben Liter heißem Wasser auflösen. Mit dieser Lösung entfernt man die Oberflächenkorrosion mit einer 000-Grad feinen Stahlwolle. Anschließend mit klaren Wasser abwaschen und mit einem trockenen Tuch sorgfältig polieren. - Soweit die klassischen Restaurationsvorschläge. Man kann aber auch mit jeder Metall-Schleifpolitur arbeiten. Bei stark eingeschwärztem Messingleisten sollte man mit einem sehr feinen Schleifleinen oder Schleifschwamm (ab 400er) die stark korrodierte Schicht herunterholen und anschließend mit einem Poliermittel wieder den Seidenglanz herstellen. Für einen dauerhaften Schutz überstreicht man die polierten Messingteile mit einem säurefreien Klarlack für Metalle (Zaponlack). Dünne Zierleisten klebt man am besten ab, um die danebenliegenden Holzteile nicht zu beschädigen.
TippZur Aufarbeitung und zum Polieren von Metall und Bakelit-Teilen eignet sich besonders gut eine getränkte Polierwatte mit dem Namen NEVR - DULL (US-Import). Das Mittel ist in gut sortierten Metallwarenläden oder in Geschäften die Autozubehör vertreiben, zu erwerben. (1 Dose ca. 6 €).Vielen Dank Jochen.
Die französische PoliturDie französische Politur besteht aus Schelllack, welcher in Spiritus gelöst ist. Sie ergibt einen hohen Glanz und ist häufig bei Vorkriegsgeräten anzutreffen. Es gibt jedoch viele Varianten, von der dunklen oder rotbraunen Politur für die Restaurierung von mahagoni-farbigen Gehäusen bis zur milchig-weißen Politur für helle Holzgehäuse. Die Verarbeitung des Schellacks stellt jedoch hohe Ansprüche an die handwerklichen Fähigkeiten. Das Geheimnis liegt darin, langsam zu arbeiten und mit Hilfe zahlreicher Schichten, zu deren Auftrag man mehrere Tage benötigt, einen hochglänzenden, durchschimmernden Film entstehen zu lassen.
OberflächenlackeEs wurden im Lauf der Jahre die unterschiedlichsten Oberflächen verwendet. Vom Edelholzfurnieren mit Schelllackpolitur der Vorkriegsgeräte bis zu den Papierfurnieren und Acryllacken der sechziger Jahre. Die Restaurierung richtet sich also immer nach dem vorhandenen Originalgerät. Für die seidenmatten Oberflächen der Nachkriegsgeräte z.B. eignen sich hervorragend die Wachslacke, welche in vielen Holzfarben angeboten werden und die auch für den richtigen Farbton untereinander mischbar sind. Die alte Oberfläche wird vorsichtig abgeschliffen und der Farbton mit einer Holzbeize wiederhergestellt. Anschließend kann das Gehäuse mit einem feinen Pinsel mit Wachslack gestrichen werden. Wenn man die Farbe sehr gut verstreicht, ist nach der Trocknung nicht zu erkennen, dass mit dem Pinsel gearbeitet wurde. Es empfiehlt sich den Wachslack in einem helleren Farbton als die verwendete Beize zu verwenden. Die Kombination von einer Beize -Eiche mittel - mit dem Wachslack - kiefernblond - ergibt z.B. einen hervorragenden Farbton . Am Schluß kann man das Gehäuse noch mit einem Antikwachs polieren. Auf jeden Fall sollte man jede einzelne Schicht gut durchtrocknen lassen, bevor die neue Schicht aufgetragen wird.Auch für Hochglanzoberflächen von jüngeren Geräten gibt es kein Patentrezept. Ist der Lack, welcher meist sehr hart und spröde ist, sehr stark gesplittert und flächig abgeplatzt, hilft nur ein völliges Herunterschleifen. Hier ist große Vorsicht angebracht, da zum Teil die Unterschicht sehr empfindlich bzw. sehr dünn ist. Danach kann man das Gehäuse komplett mit einem Acryllack aus der Spraydose neu lackieren. Es bedarf jedoch eines staubfreien Raumes und auch einiger Erfahrung mit dieser Technik. Eventuell findet man auch einen Profi, welcher einem diese hochglänzende Oberfläche wieder herstellt.
WachsfirnisseWachs-Terpentinöl-Firnisse vergilben nicht und ergeben eine geringere Lichtbrechung, ähnlich wie Zaponlacke. Sie erfordern stets einen möglichst dünnen Auftrag, sonst trocknen sie schwer und bleiben zu lange schmierig. Man trägt sie als weiche Bienenwachs-Terpentinöl-Salbe mit einem wattegefüllten Mulltampon oder mit dem Handballen in kreisförmiger Bewegung auf.Am zweckmässigsten ist eine Wachssalbe aus:
2 Teilen rektifiziertem Terpentinöl oder Testbenzin. Man härtet solche Wachse durch Zugabe von 10-30 Prozent gebleichtem Carnaubawachs, einem brasilianischen Pflanzenwachs von höherem Schmelzpunkt. Neuerdings sind zahlreiche synthetische Wachse auf dem Markt, darunter auch halbweiche, aber nach den bisherigen Erfahrungen lässt sich Bienenwachs doch nicht ganz ersetzen. Mastix und Dammar leiden unter der Hitzeeinwirkung beim Schmelzen. Um diese mit Wachs zu kombinieren, schlägt der Fachmann einen anderen Weg ein. Er gibt seiner Wachssalbe etwas Harzterpentinöllösung zu und erwärmt nur auf etwa 63°C, dem Schmelzpunkt des Wachses. Bei den weich gehaltenen Wachssalben genügen mitunter noch geringere Temperaturen, um eine Verflüssigung herbeizuführen. Sehr beliebt sind Kombinationen von Harzlösungen mit etwas Wachssalbe. Einem normalen Terpentinölharzfirnis werden unter ganz leichter Erwärmung etwa 5 Prozent Wachssalbe zugesetzt. Nur in Sonderfällen geht man über 10 Prozent hinaus. Wachshaltige Firnisse werden beim Erkalten trüb und müssen unmittelbar vor der Verwendung ganz leicht angewärmt werden. Man streicht sie mit dem Pinsel auf und stupft sofort mit einem großen Dachshaarvertreiber nach. Die Endwirkung ist ein feiner, seidiger Glanz. Rezept für gehärtete Wachssalbe:
1 Teil Carnaubawachs 12 Teile Terpentinöl (oder Testbenzin) - Die Zutaten in einem Wasserbad erwärmen, nie auf offener Flamme!
Wachssalbenüberzüge trocknen matt auf.
PreßstoffgehäuseDie dunklen Pressstoffe lassen sich mit einer handelsüblichen Autopolitur wieder aufpolieren. Für strukturierte Teile kann man am Besten mit einer Zahnbürste in den Zwischenräumen arbeiten. Das Gerät muß anschließend mehrfach mit einem weichen Tuch poliert werden um den feinen hellen, Film wieder herunter zu bekommen.
Nach gründlicher Reinigung mit milder Seifenlauge die Teile mit Ballistol und einem weichen Lappen abreiben. Nach ca. einer Stunde mit einem sauberen weichen Lappen nachpolieren. Das Waffenöl dringt in das Bakelit ein und verhindert das Mattwerden und Reißen des Materials. Einmal im Jahr wiederholen sichert den Erfolg. Dieses "Rezept" wende ich seit mehreren Jahren erfolgreich bei meinen diversen Vorkriegs- und Nachkriegsempfängern an. Ballistol hat sich außerdem bei der Instandsetzung diverser feinmechanischer Teile in Empfängern und Tonbandgeräten bestens Bewährt. (Schäden durch feuchte Lagerung ...).
LautsprecherstoffHier finden wir eine große Bandbreite des Zustandes. Sie reicht von völlig zerschlissen bis zu brauchbar. Entsprechend gibt es mehrere Möglichkeiten der Restauration. Manche Stoffe sind recht robust gewebt und brauchen nur entstaubt zu werden. Hier hilft leichtes Abbürsten mit einem weichen Pinsel. Man kann auch den Stoff vorsichtig ablösen und ganz leicht waschen. Dies hängt aber immer vom Zustand des Stoffes ab. Manche Stoffe sind so stark zerschlissen, daß sie ersetzt werden müßen. Das ist oft schwierig, da die Stoffe speziell für die Radioindustrie gewebt wurden und heute auch im guten Stoffgeschäft nicht zu bekommen sind in einer ähnlichen Ausführung. Hier hilft nur suchen und solange lieber den alten Stoff im Gerät lassen. Manche Sammler haben auch Geräte zum Ausschlachten. Vielleicht findet man hier ein Gerät, bei welchem wenigstens der Stoff noch besser ist. Neuere Stoffe mit häßlichen Wasserflecken kann man problemlos waschen, wenn man sie auf eine andere Unterlage näht oder einen Rahmen aufspannt. Fragen Sie mal Ihre Frau danach !
PonalSynthetische Holzkaltleime wie z.B. Ponal sind äußerst beliebt zur Reparatur von Holzgehäusen. Sie sind einfach zu verarbeiten und trocknen relativ schnell und klar. Restauratoren haben jedoch gerade für sehr wertvolle alte Geräte Bedenken. Es gibt keine Langzeiterfahrung mit diesen neuen Leimen. Sie sind später nicht wieder lösbar und können eine spätere Restaurierung erheblich erschweren. Bei wertvollen Geräten sollte man daher lieber auf die traditionellen Tischler- bzw. Perlleime zurückgreifen. Ponal verarbeitet sich speziell für dünne Risse oder unter leicht abgehobenem Furnier besser, in dem man ihn verdünnt. Ein paar Tropfen Wasser und ein Tropfen Geschirrspülmittel setzen die Oberflächenspannung stark herab und die dünne Flüssigkeit läßt sich mit einer feinen Spritze auch in die feinsten Ritzen spritzen.
HolzwürmerDer Holzwurm gehört zu den gefürchteten Holzschädlingen. Er kommt häufig bei Geräten vor, welche längere Zeit auf Böden oder in Schuppen gestanden haben. Meist erfolgt der Befall zuerst an der Unterseite, welche direkten Bodenkontakt hat. Auf jeden Fall muß der Holzwurm völlig vernichtet werden. Frische Fluglöcher sind immer sauber und hell. Alte Fluglöcher sind dunkel bis schwarz. Chemische Bekämpfungsmittel gibt es in jedem Heimwerkermarkt. Die Flüssigkeit wird entweder in jedes Loch eingespritzt oder auch direkt auf das blanke Holz aufgetragen. Die behandelten Fluglöcher werden mit einer handelsüblichen Wachstange versiegelt.
Einen speziellen Tipp gegen diese Plagegeister hat Reiner Künzler aus Stuttgart:
Dieses Verfahren habe ich schon mehrfach an verschiedenen Grammophongehäusen ausprobiert. Verleimungen und selbst empfindliche Schellackoberflächen wurden dabei bisher nicht in Mitleidenschaft gezogen. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, daß es ohne Chemie (die oft dem Anwender mehr schadet als dem Holzwurm) auskommt und der Holzwurm wirklich sicher im ganzen Gehäuse abgetötet wird. Außerdem bleibt die Holzoberfläche im Originalzustand und kann ohne Beeinträchtigungen durch die vorherige Behandlung ganz nach eigenen Wünschen weiterbearbeitet werden. Kritisch wird es nur bei entsprechend großen Geräten, deren Gehäuse nicht in die Gefriertruhe passt."
Ein weiterer Tipp kommt von Markus aus Wörth:
Ein weiterer Tipp kommt von Jan aus Lehe:
Das ist natürlich nichts für sehr temperaturempfindliche Oberflächen. FilzfüßeAus Platzgründen müssen viele Sammler ihre Geräte „Stapeln". Beugen Sie Kratzern und Schrammen vor, indem Sie bei jedem Gerät selbstklebende Filzscheiben unterkleben. Gerade bei älteren Geräten sind die original Filzscheiben entweder herausgefallen oder völlig verhärtet. Manche Nachkriegsgeräte haben keine Filzscheiben. Dort sind oft Hartplaste-Scheiben anzutreffen. Im Baumarkt finden Sie alle Größen und Farben dieser kleinen nützlichen Helfer.
KratzerAbhängig von der Tiefe eines Kratzers gibt es mehrere Möglichkeiten zu ihrer Beseitigung. Feine Haarrisse können mit einem Möbelpflegemittel wegpoliert werden. Aber nicht zu stark polieren, sonst bekommt man einen hellen Fleck, welcher meist mehr auffällt als der ursprüngliche Riß. Tiefere Kratzer füllt man mit einer Wachsreparaturstange aus. Ebenso wie flüssige Wachsretuschen, kann man diese in Heimwerkermärkten in vielen verschiedenen Holzfarben erhalten. Anschließend kann man dünn Wachs oder Schellack auf die behandelte Stelle auftragen. Größere Kratzer bekommt man häufig nicht völlig weg, man kann aber ihr Erscheinungsbild sehr mildern.
DellenKleinere Dellen bei unlackierten Oberflächen lassen sich ausbessern durch Aufquellen der darunter liegenden Holzfasern. Mit einem feinen Pinsel wird heißes Wasser in die Delle getropft, bis es völlig aufgesogen ist. Reicht das nicht aus um die Delle wieder anzuheben, kann man es auch mit Dämpfen versuchen. Hier wird über die Delle ein feuchtes Tuch gelegt und die heiße Spitze eines Elektro-Lötkolbens in das Tuch gesteckt. Der sich bildende Dampf bringt die darunter liegenden Holzfasern zum Quellen. Anschließend wird diese Stelle leicht mit einem ganz feinen Sandpapier überschliffen. Bei furnierten Oberflächen wird ebenso verfahren. Allerdings darf nur mit ganz wenig Feuchtigkeit aufgequollen werden.
BlasenKleine oder große Blasen bei Furnieren gehören zu den unangenehmen, aber reparablen Schäden. Hat die Blase bereits einen Riß, ist der darunter liegende Hohlraum meist verschmutzt. Hier muß zuerst mit einem Skalpell das Innere der Blase ausgeschabt werden. Anschließend wird etwas Holzleim in die Blase eingepinselt. Auf die Blase kommt dann ein feuchtes Tuch und dieses wird mit einem Bügeleisen erwärmt. Sobald das Furnier und der Leim beginnen zu erweichen, wird die Blase flachgedrückt. Anschließend wird das Tuch entfernt, das Bügeleisen ausgestellt und mit etwas Druck läßt man die Stelle erkalten.
RückwändeWenn das Gerät die letzten Jahrzehnte nicht absolut trocken gestanden hat, ist meist die Rückwand mehr oder weniger verzogen. Da die Rückwände jedoch aus Pappe bestehen, bekommt man sie auch wieder völlig eben. Nehmen Sie zwei alte Möbeltüren ( ca. 30 x 50 cm ), am besten mit einem harten Lack beschichtet. Massivholz ist nicht geeignet, besser sind lackierte Pressspanplatten. Zur Vorsicht kann die Oberfläche auch noch mit Antikwachs versiegelt werden. Die Rückwand wird mit einem Schwamm auf beiden Seiten befeuchtet. Sie wird dann zwischen die beiden Türen mit mehreren Schraubzwingen fest eingespannt und am Besten für mehrere Wochen beiseite gelegt. Durch die Versiegelung der Oberfläche kann das verdunstende Wasser nicht in die Türen einziehen und diese deformieren. Das Wasser muß nun langsam an die Luft abgegeben werden und nach entsprechender Zeit ist die Rückwand wieder völlig glatt. Mit einer Wachspolitur versehen, sieht sie oft wieder aus wie neu.
KondensatorenBei den Glättungskondensatoren (an der Heizung der Gleichrichterröhre) und am Minuspol kann es sich um Papierwickel oder um Elektrolyts handeln. Papierwickel sind auf jeden Fall zu ersetzen. Meistens sind sie in viereckige Blechbüchsen eingebaut und mit einem Deckel aus braunem Pertinax versehen, auch die Anschlussdrähte werden da zu sehen sein. Nach Ausbau des Kondensators (nach genauer Zeichnung der Anschlussdrähte) können die Laschen mit einem Messer aufgebogen werden, damit wird das Pertinaxplättchen freigegeben und kann entfernt werden. Nun wird das Innere des Kondensators sichtbar, meistens ist es Pech oder Wachs. Der Kondensator wird nun in eine alte Pfanne oder Blechbüchse gestellt mit der Öffnung nach oben, dann wird Wasser dazugegeben bis der Kondensatorbecher zu 3/4 bedeckt ist. Das Wasser wird nun zum Sieden gebracht, nach einiger Zeit kann beobachtet werden, wie der Pech oder das Wachs dem Blech entlang zu schmelzen beginnt. Das ist der Zeitpunkt, um den Becher aus dem siedenden Wasser zu entfernen, der Kondensator wird dann mit einem dicken Lappen festgehalten und ein Korkenzieher durch das Pech oder das Wachs in den Kondensator getrieben und zwar ganz, dann sollte es kein Problem mehr sein, den eigentlichen Kondensator aus dem Becher zu ziehen. Vorsicht das Wachs (Pech) ist heiss.Dann wird ein neuer Kondensator gewählt, er darf ruhig bedeutend grösser sein als das Original z.B. statt 4 MF gegen 20 MF bis 30 MF. Wichtig ist dabei die Arbeitsspannung. Da an der Gleichrichterröhre die Spannung sehr hoch ist, ev. bis 400 Volt und mehr (bis die Endröhre Strom zieht), muss die Arbeitsspannung eben auch so hoch sein (min.400 Volt). Da in den Bechern meistens genügend Platz vorhanden ist, können mit einem Trick auch Elkos mit niedriger Arbeitsspannung verwendet werden. Z.B. Elkos mit 50 MF und 250 V, es lassen sich zwei in Serie schalten, wobei mit zwei Widerständen dafür gesorgt wird, dass die Elkos gleich geladen werden. Die Gesamtkapazität ist in diesem Falle die Hälfte eines Kondensators, aber die Arbeitsspannung steigt um das Doppelte. Merke: Lieber die Arbeitsspannung viel zu hoch wählen als zu niedrig. Auf diese Weise können auch Elkos mit niedriger Arbeitsspannung nutzbringend verwendet werden. Gerade in unserem Falle, da in den Bechern meistens genügend Platz zur Verfügung steht, lassen sich Kondensatoren zu jedem gewünschten Zweck zusammenschalten. Die Elkos werden nach Anbringen der Drähte in Schaumgummi oder Wannerit verpackt und zwar dermassen, dass das Pertinaxplättchen mit den Anschlussdrähten wieder angebracht werden kann. Mit einem so hergerichteten Becherkondensator sieht das Gerät wieder aus wie das Original. Anders ist es bei den Elektrolytkondensatoren, die haben durch die lange Lagerung die Formierung weitgehend verloren, oder sie sind ausgetrocknet. Elkos vor 1950 sollten in jedem Falle ersetzt werden, denn heute stehen entsprechende Kondensatoren noch zur Verfügung. Wie ist es aber in 20 Jahren??
Man sollte sich zur Gewohnheit machen, Elkos nach einer Betriebszeit von ca.30 Min. anzufassen (bei ausgeschaltetem Gerät), die Elkos dürfen nicht warm werden sonst auswechseln. Wird der Elko aber heiss, besteht Explosionsgefahr. Wenn aber ein Elko explodiert, entsteht eine fürchterliche Sauordnung, denn das Elektrolyt wird überallhin verspritzt (guter Leiter) und der Gestank ist scheusslich, darum lieber zweimal kontrollieren und auf Nummer sicher gehen.
Nochmal KondensatorenTeerversion: Bei Blockkondensatoren deren Deckel aus Pertinax mit 2 oder 4 Laschen verschlossen sind, aber auch Wachsausführungen.Beginn: Kabelentfernung nur mit Lötkolben im montierten Zustand. Zinn an den U-Kontakten absaugen, Kabeldraht an den U-Kontakten mit einer spitzen Nadel nach vorne wegbiegen. Drähte möglichst kurz abschneiden. Am besten abrütteln. Beim Aufbiegen der Laschen ist vorher zu beachten, ob diese seitliche Rißbildung zeigen. Wenn ja, so lassen! (kann später mit der Pertinaxplatte leicht mit angehoben werden. (leicht anheben und drunterwegziehen). Kondensator im Schraubstock sachte im ersten dreiviertel einspannen und mit Flammenwolke von oben nach unten gleichmäßig erhitzen. Hitze langsam durchdringen lassen, Lappen verwenden. Erst dann kann mit einer Flachzange an den Kontaktdrähten so vorsichtig gezogen werden; bis sich der Wickel langsam und ohne widerstand herausziehen läßt.
Neuere Kondensatoren:
Lötungen mit Drahtbürste mattieren Wickel lassen sich auch instandsetzen! Eigentlich fertig das ganze - und es eignet sich im industrietechnischen Gerätebau der 40er.
Nochmal Kondensatoren... Sie schreiben zur Reparatur von Kondensatorblocks: Der neue Kondensator darf ruhig bedeutend größer sein als der alte. Das ist nicht richtig. Die Gleichrichterröhren sind nämlich nur mit einer bestimmten Kapazität belastbar. Wenn diese überschritten wird, reduziert das die Lebensdauer der Gleichrichterröhren erheblich, da die aktive Schicht der Kathode durch die stärkeren Ladeströme zerstört wird. Dies gilt insbesondere für Röhren mit Oxydkathode, also alle moderneren. Daher ist entweder der alte Kapazitätswert des Ladekondensators beizubehalten (der in der Regel ausreichend war), oder ein Schutzwiderstand in der Größenordnung von ein- bis dreihundert Ohm in die Anode(n) der Gleichrichterröhre einzuschalten. Ein Beispiel aus der Industrie: Beim Deutschen Kleinempfänger DKE 38, für den speziell die Gleichrichterröhre VY2 hergestellt wurde, ist der Ladekondensator mit 4uF bereits überdimensioniert. Daher "stirbt" die VY2 so schnell und ist heute kaum noch neuwertig zu bekommen. Ein Schutzwiderstand von 220 Ohm in der Anodenleitung (hinter dem HF-Siebkondensator von 10nF) in der Schaltung hätte das verhindert.
Noch ein kleiner Tipp, der einem bei Gleichstromgeräten böse Überraschungen ersparen kann: Die Siebkondensatoren waren hier immer ungepolte Typen, da die Polung der Betriebsspannung abhängig von der Weise ist, in der der Stecker in der Steckdose steckt. Spielte das Radio nicht, wurde einfach der Stecker umgedreht.
Wenn man nun im Kondensatorblock (z.B. beim VE301G) die Wickelkondensatoren durch moderne Elkos ersetzt, und das ganze am besten noch mit der alten Teermasse vergießt, hat man einen gepolten Kondensator. Ist nun die Netzspannung zufällig falsch gepolt (die Stecker sind ja nicht gekennzeichnet), und man wartet, daß die Röhren warm werden und die Kiste spielt, macht es in dem aufwendig restaurierten Kondensator "peng", die Elkos explodieren, und man kann mit dem Restaurieren wieder von vorn beginnen. Daher sind entweder ungepolte (Folien-)kondensatoren zu verwenden, oder zwei gepolte Elkos in Reihe, mit den (-)Anschlüssen verbunden, einzubauen. Dann hat man quasi einen ungepolten Elko von der halben Kapazität der beiden Einzelkondensatoren. Da die Dinger heute winzig klein sind, ist in der Regel genug Platz dafür.
Nützliche HilfsmittelNeben den allgemeinen Heimwerker-Werkzeugen wie Schraubenzieher, Zangen, Hämmer, Feilen, Ziehklingen u.a. sollte man sich einige spezielle Werkzeuge und Hilfsmittel beschaffen.
Lacke, Beizen, HolztinkturenBeim aufmerksamen Gang durch die Baumärkte wird man eine Vielzahl von Beizen, Lacken und Holztinkturen finden. Wir sind letztendlich bei den Produkten der Firma Clou geblieben. Hier findet man ein komplettes Sortiment, welches aufeinander abgestimmt und auch miteinander zu mischen ist.Zum Reinigen und Auffrischen von Holzoberflächen hat sich sehr gut bewährt: Renuwell - Möbel Regenerator. Dieses Schweizer Produkt ist nicht ganz billig, aber sehr ergiebig und effektiv.
Nicht alle der hier vorgeschlagenen Tipps wurden von uns selbst ausprobiert oder angewendet.
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